Schüleraustausch von Hauke Randhahn in Anaconda, Montana (USA) |
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Er ist Trucker, jedoch ist es kein Full-time Job. Sein grosses Hobby ist, alte Trecker fahrtüchtig zu reparieren. Er hat auch einen Trecker-Club gegründet, mit dem er zahlreiche Treckerrennen und Paraden organisiert. In der Schule kam ich mir am Anfang wie ein Popstar vor. Ich war nur einmal beim Cross-Country Training und schlug gleich den besten Läufer der High School. Das sprach sich natürlich schnell herum. Am nächsten Tag wurde ich von allen Seiten angestarrt und angesprochen. Ich merke, welchen hohen Stellenwert der Sport hier hat. Bei den Laufwettbewerben gelang es mir nun schon Schnellster unserer Schule zu werden, und eine Woche später wurde ich sogar zum Sportler der Woche gewählt. Es stand in der Zeitung und in sämtlichen Radiosendern der Stadt wurde es angesagt. Auch eine gute Erfahrung für einen Langstreckenläufer. Wenn ich denke, welche Resonanz selbst der Gewinn einer Bezirks- oder Kreismeisterschaft im heimatlichen Bremervörde hat. Das Training hier in den Bergen - Anaconda liegt auf einer Höhe von 1500 Metern - ist schon recht anstrengend. Aber es macht Spass, zumal wenn der Erfolg da ist. Jetzt habe ich sogar eine Einladung bekommen, Montana bei einem internationalen Cross-Country Lauf in Australien zu vertreten. Acht Läufer fahren für den Staat Montana zu diesem Wettbewerb und ich soll einer davon sein. Da bin ich natürlich mächtig stolz, als ”Nicht Amerikaner” Montana in diesem Wettbewerb zu vertreten. Nun versuche ich eifrig Geld zu verdienen, soweit ich das als Austauschschüler kann und darf. Die Reise nach Australien müssen die Teilnehmer nämlich selbst finanzieren. Da käme mir ein Bremervörder Sponsor noch gerade recht. Es wäre doch zu schön, an diesem Wettbewerb teilnehmen zu können... Natürlich gibt es hier in der Freizeit auch noch andere Dinge außer Laufen. Ich bin zum Beispiel zweimal auf einer richtigen Wildjagd gewesen. Auch wenn wir nichts geschossen haben war es trotzdem sehr aufregend und interessant. Meine Freunde und ich sind mit einem Gewehr und einer Pistole durch die bergige, verschneite Landschaft gelaufen. Dieses ist bei dem knie- tiefen Schnee recht anstrengend. Für uns Deutsche ist die ungewöhnliche Bewaffnung sicher verwunderlich, aber hier ist das ganz normal, zumal es in den Bergen sogenannte "Mountain Lions" gibt (sehen aus wie Pumas, nur mit längeren Zähnen). Sie sind ziemlich gefährlich und haben vor kurzem sogar ein Pferd getötet. Im Oktober erlebte ich den berühmte "Indian Summer". Das Wetter spielte einfach verrückt. Am Morgen musste man sich warm anziehen. Da gab es teilweise Frost, doch schon gegen 10.00 Uhr am Vormittag waren es wieder um die 20° C oder mehr. Einen Tag konnte es schneien, und am nächsten Tag hatten wir wieder 25° C, so dass ich in kurzer Hose vor die Tür gehen konnte. Im November hatten wir unseren Snow-Ball. Es ist ein sehr förmlicher Ball, ein ganz besonderes Fest an unserer Schule zu dem man mit Begleitung geht. Während des Festes wurden Snow Ball König und Prinz gewählt. Zu meiner Überraschung wurde ich der "Snow Ball Prince". Im Dezember war es sehr kalt. -30° C zeigte das Thermometer und es sollte noch 10-20 Grad kälter werden, wenn die kalten Winde aus Kanada kommen. Dann darf keiner mehr das Haus verlassen, da einem sonst die Lungen einfrieren. Nachts war es so kalt, dass ich selbst mit vier Decken noch die Kälte spürte. Ein besonderes Erlebnis war auch das Eisfischen, obwohl es auch hier total frostig war. Selbst mit drei langen Unterhemden, einem Fließpullover und einer Jacke war mir so kalt, dass ich noch drei Stunden nach dem Angeln fror. An den Wochenenden ging es immer zum Snowboarden oder Snowmobiling. Das bringt soviel Spaß, dass man am liebsten gar nicht mehr aufhören möchte. Doch vergessen wir die Schule nicht. Wir haben immer eine Menge Hausaufgaben zu bearbeiten. Sie sind sehr umfangreich. Zum Beispiel musste ich von einem Tag auf den anderen alle Muskeln eines Schweines erlernen und das noch auf Lateinisch. Der Test bestand darin, die Muskeln von einem echten Schwein herauszuschneiden und dem Lehrer Namen und Funktion zu nennen. Am nächsten Tag dann noch mal der gleiche Test, dieses mal allerdings waren die Organe an der Reihe. Diese Aufgabe war nicht jedermanns Sache, da sich viele vor dem Auftrennen des Schweines ekelten. So etwas hatte ich zu Hause in Deutschland ja auch noch nie erlebt. Damit war auch dieses eine aufregende und spannende Erfahrung. Schulisch habe ich weiter keine Probleme. Im Gegenteil, in den meisten Tests bin ich sogar besser als die meisten meiner amerikanischen Mit- schüler. Zum Stundenplan zählen für mich auch völlig neue Fächer, wie "American History” und ”Montana History. Sie sind aber Pflichtfächer für die High School Graduation im Juni. Die Graduation ist der Abschluss des High School Jahres. Für mich wird es eigentlich auch das Ende meines Austausches sein. Ich bin sehr auf diesen schulischen Höhepunkt gespannt und nun soll sich auch noch der Cross Country Lauf in Australien anschließen. Sie werden sich vorstellen können, mit welchem Herzklopfen ich das letzte Drittel meines Aufenthaltes in Montana beginne. Ergänzung durch Webmaster: Teilweise sehr ausführliche Berichte über die lokalen Sport-Events findet man im Internet bei The Montana Standard (dort “Local Sports” anklicken) GOOD BETTER BEST Ein aufregendes Austauschjahr geht zu Ende Der A-Jugendliche Hauke Randhahn vom TSV Bremervörde nahm während des Schuljahres 2000/01 an einem Schüleraus- tausch in Anaconda/Montana teil. Neben zahlreichen Erlebnissen und Erfahrungen hatte er die Möglichkeit, Montana in einem international besetzten Wettkampf in Australien zu vertreten. Hier ist Haukes Bericht : Bereits vor etwa 8 Monaten neigte sich mit dem beginnenden harten Winter in Montana meine Cross-Country Saison dem Ende zu. Es war eine sehr große Erfahrung, im Team der Anaconda High School laufen zu dürfen. Wegen meiner guten Leistungen im Cross-Country-Lauf bekam ich eine Einladung, Montana in einem internationalen Rennen in Australien zu vertreten. Für mich als Austauschschüler war es natürlich eine besondere Ehre, für mein Gastland starten zu dürfen. Das einzige Problem an der Reise waren die selbst zu tragenden Kosten von ca. 3000 US-Dollar. Durch Spenden und vor allem auch harte Arbeit meinerseits konnte ich letztlich doch diesen Traum verwirklichen. Als Ausländer bekam ich natürlich nicht die anspruchsvollsten Jobs. Doch wie heißt es so schön: Viele Wege führen nun einmal nach Rom. So war ich ein halbes Jahr “Paperboy” (Zeitungsbote), was bei den kalten Temperaturen in Montana nicht immer jedermann`s Sache ist. Während der Sommerferien hatte ich dann mehr Zeit zum Arbeiten und das Laufen rückte mehr in den Hintergrund. 12 Stunden wurden am Tag gejobt. Morgens um 4:00 Uhr begann mein Tag mit Toiletten säubern und Fussböden schrubben in einem Supermarkt und anschließend Renovierungsarbeiten in einem Motel. Zwar habe ich abends noch versucht, mein Training durchzuziehen, um auch gut vorbereitet nach Australien zu fliegen. Doch nach 12 Stunden harter Arbeit lassen die Kräfte auch etwas nach und das Training wurde nicht mehr mit der gewohnten Qualität durchgeführt. An dieser Stelle möchte ich mich für die großzügige Unterstützung des "Vereins zur Förderung der Leichtathletik Bremervörde e.V." bedanken. Dieses war eine sehr willkommene Hilfe für die Durchführung meines Cross-Country-Meetings. “Ein ganz herzliches Dankeschön”. Vergessen möchte ich auch nicht die vielen Spender aus Anaconda. Auf geht`s Am 1. Juli ging die Reise los. Jeweils 8 Läufer, die aus jedem der amerikanischen Staaten ausgewählt wurden, machten sich auf die lange Reise nach Australien. In Sydney kamen wir am Morgen des dritten Tages an. Ein tierischer Jet-leg machte uns zu schaffen. Zur Regeneration konnten wir uns erst einmal im Olympia Pool erfrischen. Anschließend wurde uns Sydney gezeigt. Sydney ist eine sehr moderne Stadt. Großzügige Bauten kennzeichnen das Stadtbild als Folge der Olympischen Spiele und trotzdem bekommt man nicht dieses unangenehme beklemmende Gefühl anderer Großstädte. Das Klima und die vielen Pflanzen, die das Stadtbild auflockern, lassen die Stadt mehr entspannend und zugleich aufregend wirken. Da nun auf der Südhalbkugel Winter ist, war das Wetter nicht wie man es sich vielleicht vorstellt mit großer Hitze, Trockenheit und Sonnen- schein. Es ist vielmehr vergleichbar mit unserem späten Frühling, in dem das Wetter zwar gut und angenehm ist, sich aber auch der eine oder andere Schauer blicken lässt. Am Nachmittag ging es auch schon mit dem Flugzeug weiter zur Gold Coast. Müde kamen wir gegen Mitternacht in unserem Hotel an. Wir wohnten in einem 5 Sterne Hotel, was natürlich für eine sehr gemütliche und angenehme Atmosphäre sorgte. Der erste Wettkampf Am nächsten Tag fand eine Parade aller Athleten durch das ganze “Surfer’s Paradise” statt. Die Straßen waren voll von begeisterten Zuschauern und man konnte den Respekt Australiens vor den USA erkennen. Am Nachmittag war der erste Wettkampf, in dem alle amerikanischen Staaten gegeneinander liefen. Müde Beine von der Zeitverschiebung hielten den Veran-
Wir besuchten den “Currumbin Wildlife Park”, in dem wir all die typischen australischen Tiere betrachten konnten. Zu den Höhepunkten im Park zählten die Koalas , Känguruhs und der Tasmanische Teufel . Die Känguruhs waren sehr zahm und zutraulich. Wir konnten sie sogar füttern, streicheln und natürlich Fotos schießen. Auch eine Performance der Aborigini, den Ureinwohnern Australiens, konnte man in diesem Park verfolgen. Dieses war eine sehr beeindruckende Sache, da sie ihre typischen Musikinstrumente, wie das Digeridoo, mit in ihre Zeremonie einbezogen. Das internationale Rennen Am 6. Tag stand das internationale Rennen auf dem Programm. Von der Weltrekordlerin im Hindernislauf bis hin zu Australiens Top 5 aus sämtlichen Altersklassen war in diesem großen Wettkampf alles was Rang und Namen hatte am Start. In diesem Rennen kam ich sogar als 15. ins Ziel. Auch hier war ich schnellster von Montana. Die Strecke in diesem Rennen war nicht so anspruchsvoll wie die erste, jedoch mussten auch hier zwei Bergpassagen bewältigt werden. Freizeit Die nächsten Tage standen ganz im Zeichen der Freizeit: Para-Sailing, Bungy-Jumping und der Besuch in einem Fun-Pool. Dazu darf man die ganzen Tage am Strand, der direkt bei unserem Hotel war, nicht vergessen. Der Sand ist so fein und weich wie Schnee. Es war schon ein Traum. Damit nicht genug. Nach 8 Tagen Aufenthalt in Australien ging es noch drei Tage zum Entspannen nach Hawaii (Honolulu) Dort war das Wetter sehr heiß und die Zeit für das, was es dort zu sehen gibt, knapp bemessen. Wir machten eine Besichtigungs-Tour nach Pearl-Habour, eine sehr emotionsreiche Fahrt. Danach gab es Ablenkung beim Schnorcheln und Wellenreiten. Dann waren die aufregenden Tage auch schon wieder um und wir traten die Heimreise an. Diese Reise war nicht nur läuferisch ein Höhepunkt, sondern wird auch weiter hin eine prägende Erfahrung bilden. Sie zeigte mir doch, wie man seine Träume verwirklichen kann, wenn man dafür kämpft. Die große internationale Beteiligung im Laufen gab mir einen richtigen Motivationsschub, in Zukunft noch mehr zu trainieren, um mich noch mehr zu verbessern. GOOD BETTER BEST NEVER NEVER REST TILL THE GOOD IS BETTER AND THE BETTER IS BEST Dieser Ausspruch meines Trainers wurde zum Motto für meinen gesamten Austausch und ich fühle, dass dieser Spruch auch mein weiteres Leben bestimmen wird. Ich bedanke mich noch einmal beim "Verein zur Förderung der Leichtathletik Bremervörde e.V." für seine Unterstützung und bei all den anderen Personen in Anaconda, die mich unterstützt, betreut und mir geholfen haben, diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen. Zusatz Webmaster: Und Haukes nächster Auslandsaufenthalt läßt nicht lange auf sich warten. Bedingt durch die Versetzung seines Vaters zieht er bereits Mitte August mit der ganzen Familie für ca. 3 Jahre von Oerel nach Belgien (Houtain-Saint-Simeon). Hauke startet aber weiterhin für den TSV Bremervörde und wird in Zukunft sicher auch den einen oder anderen Wettkampf in der hiesigen Region bestreiten. Nach oben Zurück zur Startseite |
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